| SZ vom Montag, 28. November 2005 |
SZ-Adventswanderung 2005 |
Das Beten hatte sich gelohnt
Kurz bevor das Lied ,,Hosianna“ über
den Rohrbacher Weihnachtsmarkt schallte, begrüßten
Landrat Clemens Lindemann, der Beigeordnete der Stadt St. Ingbert,
Jürgen Schmitt, und Aloisius Tritz, Chef vom Dienst bei der
Saarbrücker Zeitung, die Gäste. „Wir haben gehofft
und gebetet, dass das Wetter so schön bleiben möge!“
rief Jürgen Schmitt, nachdem Landrat Lindemann die landschaftlichen
Schönheiten des Saarpfalz-Kreises gelobt hatte. Ob man die
nun schon kannte oder nicht – den meisten Wanderern war
es im Grunde egal, ob sie auf vertrauten oder noch unbekannten
Wegen spazierten. In der Hauptsache ging’s darum, sich überhaupt
im Freien zu bewegen, zumal der sonnig-kalte Tag geradezu dafür
geschaffen war. Die „Wiederholungstäter“ unter
den Wanderern wussten ohnehin, dass die Wege, die die Saarpfalz
Touristik für die SZ-Leserwanderung zusammenstellt, immer
abwechslungsreich sind und die Schönheiten des jeweiligen
Landstrichs heraus stellen. „Egal, ob Winter oder Sommer,
der Rohrbacher Weiher ist immer superschön“, betonten
Hans und Hannelore Küss aus Münchwies. Sie waren schon
drei Mal bei Leserwanderungen dabei und haben nun auch ihre Nachbarn
dafür begeistert.
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Ein weißer Advents-Auftakt
1700 Leser machten bei Schnee und strahlend blauem
Himmel bei der SZ-Wanderung mit |
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Das Wetter für eine Adventswanderung
hätte besser nicht sein können: strahlend blauer Himmel,
eine zartweiße Schneedecke auf den Wiesen und Feldern, kalt
und ein bisschen windig. Und so waren rund 1700 SZ-Leserinnen und
Leser der Einladung zur Adventswanderung gefolgt. Die Begeisterung
war wie immer groß. Viel Lob gab’s für die Organisation. |
Rohrbach. ,,Ich hätte gerne Plaketten und
Wanderkarten für zwei Erwachsene und zwei Kinder“,
sagt eine freundliche Dame aus Heusweiler und holt ihr Portemonnaie
heraus. ,,Die Wanderung kostet nichts“, erklärt Kirsten
Schwarz von der Saarpfalz-Touristik. Die Dame bedankt sich erstaunt.
Es gibt doch immer wieder Leser und Leserinnen, die zum ersten
Mal bei unseren beliebten SZ-Wanderungen mitmachen, die zwei Mal
im Jahr stattfinden: im Juni und um den 1. Advent herum. ,,Ich
habe auch die Ankündigungen über die vorangegangenen
Wanderungen immer gesehen“, sagt Marlies Schwarz aus Saarlouis
und beißt beim Rohrbacher Weihnachtsmarkt genüsslich
in ihren Flammkuchen, ,,aber ich habe nie Zeit gehabt, mitzugehen.
Diesmal hat’s endlich geklappt. Ich bin total begeistert.
Die Strecke war toll, die ganze Organisation war prima, ebenso
das Wetter.“ Ebenfalls angetan war sie vom Rohrbacher Weihnachtsmarkt:
,,Das ist noch ein echter Weihnachtsmarkt und nicht eine dieser
rein kommerziellen Veranstaltungen."
Auch Helene Klöppel aus Dudweiler war das erste Mal dabei
und gehört nun prompt auch zu den Anhängern der SZ-Wanderung:
,,Ich finde, das war ein perfekter Adventsauftakt. Die Strecke
am Rohrbacher Weiher ist immer wieder schön, besonders mit
dieser leichten Schneedecke.“ Für sie und ihren Mann
war die Gegend zwar nicht neu, ,,aber es ist etwas anderes, sie
auch mal mit einer Gruppe abzuwandern und dabei so freundlich
verpflegt zu werden.“ In der Tat waren die Rastplätze
gut gewählt.
Am Geistkircher Hof war viel Platz auf dem Hof der Familie Beck,
die eigens für die Wanderer Tische und Bänke in der
Sonne aufgestellt hatten. Die warmen Wiener mit Senf und Brot
und die heiße Bouillon waren genau das Richtige für
einen ersten Stopp. Weiter ging’s dann durch den Wald in
Richtung Rohrbacher Weiher.
Dafür mussten die Wanderer die nicht ungefährliche L
119 in Richtung Homburg überqueren. Doch die Polizei hatte
vorgesorgt, ein Tempo-30-Schild aufgestellt und war selbst beim
Regeln des Verkehrs vor Ort. Was man leider an einem kalten Wintertag
nie ganz im Griff haben kann, sind eisglatte Stellen. Leider rutschte
ein Wanderer aus und musste mit verknackstem Fuß ins Krankenhaus
gebracht werden. Ansonsten vermeldeten Patrick Eckert und Eva
Blechschmidt, die fürs Rote Kreuz (Ortsverein St. Ingbert)
die Wanderung begleiteten, keine nennenswerten Vorkommnisse.
Am Rohrbacher Weiher standen die übrigen Kollegen vom Roten
Kreuz und versorgten auf einer idyllischen Lichtung die Wanderer
mit Glühwein und Kinderpunsch. Dazu konnte man sich Mandarinen
und Lebkuchen aus den Kisten nehmen, die die Mitarbeiter der Saarpfalz-Touristik
vor die Wanderhütte gestellt hatten.
Jörg Schuh, Vorsitzender des DRKOrtsvereins Rohrbach, bediente
vor der Hütte die Wanderer mit alkoholischem Glühwein.
,,400 Liter haben wir vorbereitet“ sagte er, ,,das müsste
reichen.“ Wer die nicht-alkoholische Mischung aus Holunder-
und Kirschsaft bevorzugte, wurde ein Stück weiter unten von
Ingrid Best bedient, die vor einem grauen DRK-Zelt ihren Tisch
aufgestellt hatte. ,,Das Zelt haben wir mit aufgebaut“,
betonten vier St-Georg-Pfadfinder aus Rohrbach.
,,Wir haben den Schnee von den Bänken entfernt“, zählte
Laura Zimmermann, 12, auf, ,,und wir haben den Glühwein mit
hergetragen“, fügt Simon Hirsch, 11, hinzu, ,,die ganzen
Sachen ausgepackt und den Kinderpunsch umgerührt“,
sagt Caner Gülacan, 11. Und Anna-Marie Schwarz gibt zu, auch
schon von den Lebkuchen genascht zu haben, ,,bevor die ganzen
Wanderer kamen“. Aber das, so fanden die Kinder, hätten
sie sich für ihre Hilfe auch verdient. Bei der Wanderung
selbst waren diesmal deutlich weniger Kinder dabei als bei der
vergangenen Sommerwanderung.
Womöglich fanden es manche Eltern doch zu kalt draußen
und ließen die Kinder lieber zu Hause bei der Oma. Sofern
die nicht auch mitwanderte. Hunde hingegen waren wieder die getreuen
Begleiter ihrer wanderfreudigen Frauchen und Herrchen.
Ein Prachtexemplar war der 17 Monate alte Neufundländer Henri,
der mit seinem Herrchen Günter Schmitt aus Neuweiler gekommen
war. Der ließ sich den Glühwein schmecken, während
die Wanderer sich kaum an seinem schönen Hund mit dem weichen
Fell satt sehen konnten.
VON SZ-REDAKTEURIN
CHRISTINE MAACK
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